Künstliche Intelligenz und WordPress sind längst keine zwei getrennten Welten mehr. In den vergangenen Jahren sind zahlreiche WordPress-Plugins erschienen, mit denen sich Texte generieren, Bilder erstellen, Übersetzungen durchführen oder Chatbots in eine Website integrieren lassen. Doch mit MCP geht die Entwicklung einen entscheidenden Schritt weiter. Denn plötzlich geht es nicht mehr nur darum, künstliche Intelligenz innerhalb von WordPress zu benutzen. Eine KI kann über MCP direkt mit Deiner WordPress-Installation kommunizieren, Informationen abrufen und – sofern Du ihr die entsprechenden Berechtigungen gibst – sogar Aufgaben innerhalb Deiner Website ausführen.
MCP steht für Model Context Protocol. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich dabei um einen offenen Standard, über den KI-Anwendungen mit externen Systemen, Daten und Werkzeugen kommunizieren können. Für WordPress bedeutet das beispielsweise, dass eine KI nicht mehr darauf angewiesen ist, dass Du Inhalte aus Deinem Backend kopierst und anschließend in einen Chat einfügst. Stattdessen kann die KI bestimmte Informationen direkt aus WordPress abrufen.
Noch interessanter wird es, wenn aus dem reinen Lesen ein tatsächliches Arbeiten wird. Ein entsprechend eingerichteter KI-Agent kann beispielsweise Beiträge erstellen oder bearbeiten, Medien verwalten, Kategorien auslesen, Informationen analysieren oder SEO-Daten untersuchen. Je nach eingesetztem MCP-Plugin und den erteilten Berechtigungen können sogar WooCommerce, Advanced Custom Fields, Page Builder oder andere WordPress-Erweiterungen einbezogen werden.
Das verändert die Art und Weise, wie wir zukünftig mit WordPress arbeiten könnten, ziemlich grundlegend.
Was ist MCP überhaupt?
Wenn Du bisher mit einer KI wie ChatGPT gearbeitet hast, läuft die Kommunikation meistens recht klassisch ab. Du stellst eine Frage oder gibst der KI eine Aufgabe und erhältst daraufhin eine Antwort. Soll die KI beispielsweise einen bestehenden WordPress-Beitrag überarbeiten, musst Du ihr den Text zur Verfügung stellen oder eine andere Schnittstelle schaffen, über die sie auf diese Informationen zugreifen kann.
MCP verfolgt einen anderen Ansatz.
Das Model Context Protocol definiert eine standardisierte Möglichkeit, einer KI verfügbare Datenquellen und Werkzeuge zur Verfügung zu stellen. Die KI kann dadurch erkennen, welche Funktionen ein angebundenes System besitzt und welche davon sie verwenden darf.
Man kann sich MCP deshalb ein wenig wie eine gemeinsame Sprache zwischen einer KI und anderen Anwendungen vorstellen.WordPress könnte der KI beispielsweise mitteilen: „Ich kann Dir Beiträge anzeigen, einen bestimmten Beitrag öffnen und – wenn Du die entsprechende Berechtigung besitzt – diesen Beitrag verändern.“
Die KI muss dabei nicht unbedingt wissen, wie WordPress intern aufgebaut ist. Sie bekommt definierte Werkzeuge zur Verfügung gestellt und kann diese benutzen.
Genau darin liegt eine der großen Stärken von MCP.
MCP ist nicht einfach nur eine weitere KI-API
MCP und eine klassische KI-API werden schnell miteinander verwechselt. Dabei erfüllen beide unterschiedliche Aufgaben.
Wenn Du beispielsweise die API eines KI-Anbieters in WordPress integrierst, sendet WordPress normalerweise Informationen an ein KI-Modell. Du könntest einen Text an ein Sprachmodell übermitteln und darum bitten, daraus eine Zusammenfassung zu erstellen. Das Modell verarbeitet die Anfrage und schickt das Ergebnis zurück.
MCP dreht die Perspektive gewissermaßen um.
Eine MCP-fähige Anwendung bekommt Werkzeuge zur Verfügung gestellt, mit denen sie mit einem externen System interagieren kann. Das Sprachmodell erhält damit nicht einfach nur einen Text zur Verarbeitung, sondern einen kontrollierten Zugang zu bestimmten Funktionen.
Von der einfachen Anfrage zum automatisierten Workflow
Aus einem einfachen „Schreib mir einen WordPress-Artikel“ kann dadurch theoretisch ein Workflow werden wie: Analysiere die bestehenden Beiträge meiner Website zu diesem Thema, finde mögliche inhaltliche Lücken, erstelle einen neuen Beitrag, speichere ihn als Entwurf und hinterlege anschließend die vorgesehenen Metadaten.
Dabei werden natürlich nur die Aktionen möglich, die das verwendete MCP-System tatsächlich bereitstellt und für die der angemeldete Benutzer die notwendigen Rechte besitzt.
Und genau dieser Punkt ist wichtig: MCP bedeutet nicht automatisch, dass eine KI vollständigen Zugriff auf Deine WordPress-Installation erhält.
WordPress selbst hat inzwischen die Grundlagen für KI-Agenten geschaffen
Besonders interessant ist, dass MCP im WordPress-Umfeld mittlerweile nicht mehr ausschließlich ein Thema unabhängiger Plugin-Entwickler ist.
Mit WordPress 6.9 wurde die sogenannte Abilities API eingeführt. Sie stellt eine standardisierte Möglichkeit bereit, einzelne Fähigkeiten einer WordPress-Installation zu registrieren und für andere Komponenten auffindbar zu machen. Eine solche „Ability“ kann beispielsweise Informationen auslesen, einen Beitrag verändern oder eine bestimmte Funktion eines Plugins ausführen.
Jede Ability kann dabei definierte Eingaben und Ausgaben sowie eine eigene Berechtigungsprüfung besitzen. Dadurch entsteht eine Art Verzeichnis dessen, was WordPress beziehungsweise ein Plugin grundsätzlich tun kann.
Der offizielle MCP Adapter verbindet WordPress mit KI-Agenten
Genau an dieser Stelle kommt MCP ins Spiel.
Die WordPress-AI-Initiative stellt mit dem MCP Adapter eine offizielle Verbindung zwischen diesen WordPress Abilities und dem Model Context Protocol bereit. Registrierte Fähigkeiten können damit als Werkzeuge für MCP-fähige KI-Agenten bereitgestellt werden.
Der entscheidende Gedanke dahinter lautet also nicht: „Wir geben einer KI einfach Zugriff auf WordPress.“ Vielmehr lautet er: „Wir definieren einzelne Fähigkeiten und entscheiden anschließend, welche davon ein KI-Agent verwenden darf.“ Das ist technisch und vor allem hinsichtlich der Sicherheit ein gewaltiger Unterschied.
Was kann eine KI über MCP in WordPress tatsächlich machen?
Hier wird die Sache richtig spannend, denn die Möglichkeiten hängen weniger von MCP selbst als von den Werkzeugen ab, die Du Deiner KI zur Verfügung stellst.
Ein MCP-Server könnte einem KI-Agenten beispielsweise erlauben, bestehende Beiträge auszulesen. Damit könntest Du Deine KI fragen, welche Artikel auf Deiner Website ein bestimmtes Thema behandeln, ohne vorher die einzelnen Beiträge kopieren zu müssen.
Du könntest anschließend einen Schritt weitergehen und fragen:
„Analysiere meine vorhandenen Beiträge zum Thema WordPress-Sicherheit und zeige mir, welche wichtigen Themen bisher fehlen.“Die KI könnte auf Grundlage der tatsächlich vorhandenen Inhalte antworten, anstatt nur aufgrund ihres allgemeinen Wissens zu vermuten, was sich auf Deiner Website befindet.
KI kann nicht nur lesen, sondern auch Aufgaben ausführen
Besitzt sie zusätzlich Schreibrechte, könnte daraus ein weiterer Auftrag entstehen:
„Erstelle aus der Themenlücke einen neuen Beitrag, speichere ihn aber nur als Entwurf.“
Damit verändert sich die KI von einem reinen Textgenerator zu einem Werkzeug, das innerhalb eines definierten Arbeitsablaufs tatsächlich mit WordPress zusammenarbeitet.
WordPress mit ChatGPT, Claude und anderen KI-Systemen verbinden
Einer der interessantesten Aspekte von MCP ist seine Herstellerunabhängigkeit. MCP wurde ursprünglich von Anthropic entwickelt, ist inzwischen aber als offener Standard wesentlich breiter aufgestellt. Deshalb ist das Konzept nicht auf Claude beschränkt.
Abhängig vom jeweiligen Client und dessen MCP-Unterstützung können WordPress-MCP-Server beispielsweise mit ChatGPT, Claude, Claude Code, Cursor, Visual Studio Code, Gemini, Entwicklungsumgebungen oder Automatisierungslösungen verbunden werden.
Du baust damit idealerweise nicht für jedes KI-System eine komplett neue WordPress-Schnittstelle.Stattdessen stellt WordPress einen MCP-Endpunkt beziehungsweise MCP-Server zur Verfügung. Ein kompatibler Client verbindet sich damit und erfährt anschließend, welche Werkzeuge angeboten werden.
Das macht MCP gerade für Entwickler und Agenturen interessant, weil sich daraus eine gemeinsame technische Grundlage für sehr unterschiedliche KI-Workflows entwickeln kann.
Aus einem Chat kann plötzlich ein WordPress-Arbeitsplatz werden
Stell Dir vor, Du möchtest einen älteren Blogbeitrag überarbeiten.
Bisher würdest Du WordPress öffnen, den Beitrag suchen, den Inhalt kopieren, ihn in Deine KI einfügen und erklären, was geändert werden soll. Anschließend kopierst Du das Ergebnis zurück nach WordPress, kontrollierst die Formatierung und aktualisierst möglicherweise noch weitere Daten.
Mit einer entsprechend eingerichteten MCP-Verbindung könntest Du Deiner KI stattdessen sagen:
„Öffne meinen Beitrag über die WordPress REST API, prüfe, ob die Informationen noch aktuell sind, und schlage mir Verbesserungen vor.“ Zunächst könnte die KI lediglich lesen und analysieren. Wenn Du mit den Vorschlägen einverstanden bist und Schreibzugriff eingerichtet hast, könnte der nächste Auftrag lauten:
„Überarbeite den Beitrag entsprechend und speichere die neue Version als Entwurf.“
Das ist für mich einer der entscheidenden Unterschiede zwischen den bisherigen KI-Werkzeugen und einer agentenbasierten Arbeitsweise mit MCP. Die KI liefert nicht mehr ausschließlich ein Ergebnis, das Du anschließend selbst übertragen musst. Sie kann Teil des eigentlichen Arbeitsprozesses werden.
MCP kann besonders für SEO interessant werden
Gerade im Bereich Suchmaschinenoptimierung ergeben sich spannende Möglichkeiten.
Eine KI könnte beispielsweise vorhandene Beiträge nach bestimmten Themen durchsuchen und feststellen, ob mehrere Seiten dieselbe Suchintention bedienen. Sie könnte interne Verlinkungen untersuchen, fehlende Verbindungen zwischen thematisch verwandten Beiträgen erkennen oder Inhalte finden, die seit längerer Zeit nicht mehr aktualisiert wurden.
Mit zusätzlichen SEO-Integrationen lässt sich das noch erheblich erweitern.
Google Search Console und Analytics mit KI verbinden
Das kostenlose Plugin Easy MCP AI bietet beispielsweise Integrationen für verschiedene SEO-Plugins und kann zusätzlich Datenquellen wie Google Analytics 4 und Google Search Console sowie externe SEO-Dienste einbeziehen. Dadurch könnte ein KI-Agent nicht nur sehen, was auf Deiner Website steht, sondern abhängig von den eingerichteten Diensten auch Daten darüber erhalten, wie diese Inhalte gefunden und genutzt werden.
Dann werden Anfragen möglich, die wesentlich näher an einer tatsächlichen SEO-Analyse liegen.
Du könntest beispielsweise untersuchen lassen, welche Beiträge viele Impressionen erhalten, aber vergleichsweise wenige Klicks erzeugen. Anschließend kann die KI die entsprechenden Inhalte und Metadaten untersuchen und Vorschläge für Verbesserungen erarbeiten.Das Entscheidende dabei ist die Kombination verschiedener Informationen. Genau hier kann MCP seine Stärke ausspielen.
MCP und WooCommerce
Bei einem WooCommerce-Shop werden die Möglichkeiten noch umfangreicher.
Ein entsprechend ausgestatteter MCP-Server kann einem KI-Agenten Zugriff auf Produktinformationen, Bestellungen, Lagerbestände oder Kundendaten ermöglichen. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass man einer KI leichtfertig uneingeschränkten Zugriff auf sämtliche Shopdaten geben sollte. Technisch lassen sich damit aber sehr interessante Workflows entwickeln.
Du könntest beispielsweise fragen, welche Produkte einen niedrigen Lagerbestand besitzen oder welche Produktbeschreibungen besonders kurz sind. Anschließend könnte die KI neue Beschreibungen vorbereiten oder Produkte anhand bestimmter Eigenschaften kategorisieren.
Mit geeigneten Berechtigungen sind auch weitergehende Aktionen möglich.
Bei Shopdaten werden Berechtigungen besonders wichtig
Gerade hier wird allerdings deutlich, warum die Rechteverwaltung bei MCP so wichtig ist. Einen Blogbeitrag versehentlich falsch zu verändern, ist ärgerlich. Einer KI die Möglichkeit zu geben, Bestellungen, Benutzer oder andere geschäftskritische Daten zu verändern, spielt dagegen in einer völlig anderen Liga.
Je wichtiger die Daten sind, desto restriktiver sollte deshalb der MCP-Zugriff konfiguriert werden.
Auch Page Builder werden für MCP interessant
Für Webdesigner dürfte eine andere Entwicklung besonders interessant sein: MCP beschränkt sich längst nicht mehr nur auf den klassischen WordPress-Editor.
Einige Anbieter entwickeln bereits spezielle Werkzeuge für Page Builder.
NIBWP bietet beispielsweise Erweiterungen für Elementor, Breakdance, EtchWP und auch Bricks Builder an. Der Bricks Pro Skill soll unter anderem Designs aus HTML, URLs, Bildern, Screenshots oder Figma in editierbare Bricks-Templates überführen können. Nach Angaben des Anbieters werden dabei Bricks-Core-Elemente, globale Klassen und dynamische Daten berücksichtigt. Das zeigt ziemlich gut, wohin die Reise gehen könnte.
Langfristig könnten wir einer KI nicht nur sagen:
„Schreibe eine Landingpage.“
Sondern:
„Erstelle aus diesem Design eine Landingpage in meinem vorhandenen Page Builder, verwende mein bestehendes Designsystem und lege die Seite zunächst als Entwurf an.“
Das ist eine völlig andere Form der KI-Integration als ein einfacher Textgenerator.
Der große Vorteil: Die KI kennt den tatsächlichen Zustand Deiner Website
Eines der größten Probleme beim Arbeiten mit einer KI ist fehlender Kontext.
Wenn Du eine KI fragst, wie Du Deine Website verbessern könntest, kennt sie Deine Website normalerweise nur dann wirklich, wenn Du ihr die entsprechenden Informationen zur Verfügung stellst.
Mit MCP kann sich das ändern.
Die KI kann – abhängig von den freigegebenen Werkzeugen – Informationen direkt aus WordPress beziehen. Dadurch arbeitet sie nicht mehr ausschließlich mit Deinen Beschreibungen, sondern mit tatsächlichen Daten. Für komplexe Aufgaben ist das ein enormer Vorteil.
Weniger Copy & Paste zwischen WordPress und KI
Anstatt zu erklären, welche Plugins installiert sind, könnte ein entsprechendes Werkzeug diese Informationen auslesen. Statt zehn Beiträge einzeln zu kopieren, könnte die KI sie selbst abrufen. Statt eine Kategorie-Struktur aufzuschreiben, kann WordPress sie bereitstellen.Dadurch fällt ein großer Teil der manuellen Informationsübertragung weg.
Ein weiterer Vorteil ist die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben
Viele Arbeiten an einer WordPress-Website bestehen aus wiederkehrenden Abläufen.
Beiträge kontrollieren, Entwürfe erstellen, Metadaten ergänzen, Bilder zuordnen, Inhalte kategorisieren oder bestehende Informationen analysieren – einzeln betrachtet sind viele dieser Aufgaben nicht besonders schwierig. Sie kosten in der Summe aber erstaunlich viel Zeit.
Ein KI-Agent kann mehrere solcher Schritte miteinander verbinden. Das bedeutet nicht, dass Du WordPress irgendwann nur noch sagst: „Mach mal alles.“ Gerade professionelle Workflows werden vermutlich eher aus klar definierten Aufgaben bestehen. Die KI bekommt einen bestimmten Arbeitsbereich, führt darin mehrere Schritte aus und übergibt das Ergebnis anschließend zur Kontrolle.
Und genau dieses Zusammenspiel aus Automatisierung und menschlicher Freigabe halte ich für wesentlich sinnvoller als einen vollkommen autonom arbeitenden Agenten.
MCP kann die Abhängigkeit von einzelnen KI-Anbietern reduzieren
Ein weiterer Vorteil des Model Context Protocol liegt in seiner Standardisierung.
Wenn jede WordPress-Erweiterung ausschließlich eine eigene Integration für ChatGPT, Claude, Gemini und jede zukünftige KI-Plattform entwickeln müsste, würde schnell ein ziemliches Schnittstellenchaos entstehen.
MCP versucht, dieses Problem auf einer anderen Ebene zu lösen.
WordPress beziehungsweise ein Plugin beschreibt seine verfügbaren Werkzeuge über einen gemeinsamen Standard. Ein MCP-kompatibler Client kann diese Werkzeuge anschließend verwenden.In der Praxis gibt es natürlich weiterhin Unterschiede zwischen den einzelnen Clients und Implementierungen. Trotzdem bietet ein gemeinsames Protokoll eine wesentlich bessere Ausgangslage als eine Vielzahl vollständig proprietärer Integrationen.
Wo liegen die Nachteile von MCP?
Bei all den Möglichkeiten darf man MCP nicht als magischen Schalter betrachten, mit dem WordPress plötzlich intelligenter wird.
Der erste Nachteil ist die zusätzliche technische Komplexität.Du benötigst einen MCP-Server oder ein entsprechendes WordPress-Plugin, eine Authentifizierung, einen kompatiblen KI-Client und eine sinnvolle Rechteverwaltung. Je nach Lösung kommen weitere Komponenten hinzu.Für einen normalen WordPress-Anwender kann das zunächst deutlich komplizierter wirken als ein klassisches KI-Plugin, bei dem lediglich ein API-Schlüssel eingetragen wird.
Allerdings werden die Lösungen zunehmend komfortabler. Einige aktuelle Plugins erzeugen bereits fertige Verbindungsinformationen oder ermöglichen eine Authentifizierung über WordPress beziehungsweise OAuth.
Der zweite und wesentlich wichtigere Nachteil betrifft die Sicherheit.
Je mehr eine KI darf, desto größer wird das Risiko
Ein MCP-Zugang ist kein Spielzeug.
Wenn Du einem KI-Agenten ausschließlich erlaubst, öffentlich zugängliche Beiträge zu lesen, ist das Risiko vergleichsweise überschaubar. Darf derselbe Agent Beiträge verändern, Benutzer verwalten, Plugins installieren, Datenbankoperationen durchführen oder WooCommerce-Bestellungen bearbeiten, sieht die Situation vollkommen anders aus. Dabei muss die KI nicht einmal „böse“ handeln.
Ein falsch verstandener Auftrag kann bereits ausreichen.
Stell Dir vor, Du schreibst:
„Entferne alle veralteten Beiträge.“
Für einen Menschen wäre möglicherweise klar, dass Du zunächst eine Liste und eine Prüfung erwartest. Ein automatisierter Agent könnte „entfernen“ dagegen als konkrete Aktion interpretieren. Deshalb sollte ein guter MCP-Workflow zwischen Lesen, Schreiben und potenziell destruktiven Aktionen unterscheiden.
Die WordPress Abilities API besitzt genau für solche Szenarien entsprechende Konzepte. Fähigkeiten können unter anderem mit Berechtigungsprüfungen versehen und hinsichtlich ihres Verhaltens beschrieben werden. Außerdem sind registrierte Abilities nicht automatisch für externe Clients freigegeben.
Das ist eine wichtige Sicherheitsentscheidung.
Gib einer KI niemals mehr Rechte als notwendig
Für MCP sollte dasselbe Prinzip gelten wie für Benutzerkonten, Serverzugänge oder Datenbanken: so viele Rechte wie nötig, aber so wenige wie möglich.
Wenn Deine KI lediglich Blogbeiträge analysieren soll, benötigt sie keinen Zugriff auf Plugins oder Benutzerkonten. Wenn sie Inhalte vorbereiten soll, reicht möglicherweise die Berechtigung, Entwürfe anzulegen. Eine direkte Veröffentlichung ist dann gar nicht notwendig.
Noch besser ist es, kritische Aktionen mit einem Freigabeschritt zu verbinden. Die KI erledigt die Arbeit, Du kontrollierst das Ergebnis und erst danach wird veröffentlicht oder eine wichtige Änderung ausgeführt.
Staging und Backups gehören zu einem sicheren MCP-Workflow
Gerade auf produktiven Websites würde ich mit einem neuen MCP-System grundsätzlich zunächst mit lesenden Funktionen beginnen. Schreibende Aktionen würde ich erst dann freigeben, wenn die Verbindung stabil läuft und klar ist, welche Werkzeuge tatsächlich verwendet werden. Für umfangreiche Änderungen empfiehlt sich zusätzlich eine Staging-Umgebung. Und ein aktuelles Backup sollte ohnehin vorhanden sein – mit oder ohne künstliche Intelligenz.
Datenschutz spielt ebenfalls eine wichtige Rolle
MCP selbst bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche WordPress-Daten an irgendeinen fremden Server übertragen werden. Entscheidend ist die gesamte Verarbeitungskette. Ein WordPress-MCP-Server kann beispielsweise vollständig auf Deinem eigenen Webserver laufen. NIBWP und Easy MCP AI verfolgen unter anderem einen solchen Self-Hosted-Ansatz.
Wenn der verbundene KI-Client anschließend jedoch Daten an einen externen KI-Anbieter sendet, können Informationen trotzdem Deine eigene Infrastruktur verlassen.
Nicht nur der MCP-Server entscheidet über den Datenschutz
Deshalb solltest Du immer drei Fragen getrennt betrachten: Wo läuft der MCP-Server? Welcher KI-Client greift darauf zu? Und welches KI-Modell verarbeitet die Daten anschließend?
Gerade bei personenbezogenen Daten, Kundendaten oder WooCommerce-Informationen reicht es nicht, ausschließlich auf die Aussage „MCP läuft auf meinem Server“ zu schauen.
Die komplette Datenkette ist entscheidend.
Welche WordPress-Plugins eignen sich für MCP?
Inzwischen gibt es mehrere interessante Lösungen. Welche davon für Dich sinnvoll ist, hängt stark davon ab, was Du erreichen möchtest.
Wenn Du MCP zunächst ausprobieren möchtest, musst Du dafür nicht zwangsläufig Geld ausgeben.
Der offizielle WordPress MCP Adapter
Besonders spannend für Entwickler ist der offizielle WordPress MCP Adapter aus der WordPress-AI-Initiative.
Er verbindet die WordPress Abilities API mit dem Model Context Protocol. Ein KI-Agent kann darüber verfügbare Abilities entdecken, Informationen über sie abrufen und freigegebene Fähigkeiten ausführen. Der MCP Adapter kann für lokale Entwicklungsumgebungen beispielsweise über WP-CLI und STDIO verwendet werden. Für öffentlich erreichbare WordPress-Installationen stehen HTTP-basierte Möglichkeiten zur Verfügung.
Der Adapter ist vor allem dann interessant, wenn Du selbst entwickelst oder eigene Plugins MCP-fähig machen möchtest. Für Anwender, die einfach nur auf „Installieren“ klicken und anschließend ihre komplette Website per Chat verwalten möchten, sind andere Plugins teilweise komfortabler.
Der offizielle Adapter ist Open Source und kostenlos.
Easy MCP AI
Eine sehr interessante kostenlose Lösung ist Easy MCP AI von Themeisle.
Das Plugin verwandelt WordPress direkt in einen Remote-MCP-Server und stellt nach Angaben des Entwicklers aktuell mehr als 240 Werkzeuge bereit. Dazu gehören Funktionen für Beiträge, Seiten, Medien, Benutzer, Kommentare, Menüs und Taxonomien.
Interessant sind darüber hinaus die Integrationen. Easy MCP AI unterstützt unter anderem WooCommerce, ACF, verschiedene SEO-Plugins sowie externe Datenquellen. Auch Google Analytics 4 und die Google Search Console können eingebunden werden. Für SEO-orientierte Workflows ist das besonders spannend, weil eine KI damit Website-Inhalte und externe Leistungsdaten miteinander in Beziehung setzen kann.
Die Verbindung läuft über einen MCP-Endpunkt innerhalb von WordPress. Für die Authentifizierung stehen unter anderem moderne Authentifizierungs- und Berechtigungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Easy MCP AI ist derzeit kostenlos und Open Source. Für einige externe Dienste können natürlich unabhängig davon Kosten beim jeweiligen Anbieter entstehen.
AI Engine
AI Engine von Meow Apps gehört schon länger zu den umfangreicheren KI-Lösungen für WordPress und besitzt mittlerweile ebenfalls einen eigenen MCP-Server.
Das Plugin verfolgt einen etwas anderen Ansatz, weil MCP nur ein Teil eines wesentlich größeren KI-Systems ist. AI Engine unterstützt verschiedene KI-Anbieter, Chatbots, Content-Erstellung, Bildgenerierung, Embeddings, Function Calling und weitere KI-Funktionen.
Über den integrierten MCP-Server können KI-Agenten auf WordPress-Funktionen zugreifen. Dazu gehören beispielsweise das Erstellen und Bearbeiten von Beiträgen, die Verwaltung von Medien oder Kommentaren und weitere administrative Aufgaben.
Interessant ist das Berechtigungskonzept. Benutzer verbinden sich mit ihrem jeweiligen WordPress-Konto, wodurch sich die verfügbaren Aktionen an den WordPress-Berechtigungen orientieren können. Administratoren erhalten entsprechend mehr Möglichkeiten als Redakteure.
Die kostenlose Version enthält bereits MCP-Funktionen. AI Engine Pro erweitert den MCP-Bereich unter anderem um zusätzliche Werkzeuge für WooCommerce, Plugins, Themes und Datenbankfunktionen.
Bei AI Engine Pro würde ich vor einem Kauf den aktuellen Preis direkt beim Hersteller prüfen, da die Lizenzvarianten und Angebote geändert werden können. Die aktuelle Produktseite findest Du direkt bei Meow Apps – AI Engine Pro.
Zusätzlich können bei der Nutzung externer KI-Modelle API-Kosten des jeweiligen Anbieters entstehen.
NIBWP
Eine weitere interessante Lösung ist NIBWP.
NIBWP positioniert sich ausdrücklich als selbst gehosteter WordPress-MCP-Server. MCP-Anfragen laufen innerhalb der eigenen WordPress-Installation und die Authentifizierung kann über die in WordPress vorhandenen Application Passwords erfolgen.
Besonders interessant ist NIBWP für Websites, die nicht nur klassische WordPress-Inhalte verwalten. Neben WooCommerce und ACF werden verschiedene Page Builder und andere Erweiterungen unterstützt. Für Webdesigner dürfte insbesondere die Entwicklung spezieller Page-Builder-Werkzeuge interessant sein.
Die Basisversion ist kostenlos. NIBWP Pro kostet aktuell 49 Euro pro Jahr für eine Website. Zusätzlich gibt es spezielle Erweiterungen, sogenannte Pro Skills.
Der Bricks Pro Skill kostet beispielsweise derzeit 39 Euro pro Jahr für eine Website und setzt NIBWP Pro voraus. Für Bricks-Builder-Anwender ist das besonders interessant, weil darüber Designs in editierbare Bricks-Strukturen übertragen werden können.
Daneben bietet NIBWP ein Bundle an. Zum Zeitpunkt dieses Beitrags wird dieses mit 79 Euro pro Jahr beworben und enthält NIBWP Pro sowie mehrere Pro Skills. Preise und Lizenzmodelle können sich natürlich ändern, deshalb solltest Du vor einem Kauf immer noch einmal die aktuelle NIBWP-Preisseite kontrollieren.
MCPWP
Auch MCPWP verfolgt einen Ansatz, bei dem WordPress über MCP von KI-Systemen gesteuert werden kann.
Interessant ist hier der Fokus auf kontrollierte Änderungen. Das Plugin bietet unter anderem Freigaben, Rollback-Möglichkeiten und Aktivitätsprotokolle. Gerade bei schreibenden KI-Agenten sind solche Funktionen meiner Meinung nach wesentlich wichtiger als möglichst viele spektakuläre Automatisierungen.
Eine kostenlose Version für eine Website ist verfügbar und deckt bereits Content-Funktionen für Seiten, Beiträge, Menüs und Medien ab.Die Pro-Version kostet zum Zeitpunkt dieses Beitrags 59 US-Dollar pro Jahr für eine Website oder 199 US-Dollar als Lifetime-Lizenz.
Für drei Websites werden 99 US-Dollar pro Jahr beziehungsweise 350 US-Dollar einmalig verlangt. Eine Agency-Lizenz für bis zu 20 Websites kostet aktuell 199 US-Dollar pro Jahr beziehungsweise 599 US-Dollar als Lifetime-Lizenz.
In der Pro-Version kommen unter anderem SEO-Funktionen, WooCommerce-Operationen und weitere Integrationen hinzu.
NIBWP ist für Bricks-Anwender besonders spannend
An dieser Stelle lohnt sich noch ein kleiner Seitenblick auf Bricks Builder.
Viele KI-Integrationen konzentrieren sich momentan stark auf Gutenberg oder Elementor. NIBWP bietet mit seinem Bricks Pro Skill dagegen ausdrücklich eine Integration für Bricks an.
Damit sollen beispielsweise Screenshots, bestehende URLs oder Figma-Designs in Bricks-Templates überführt werden können.
Gerade für Webdesigner ist das möglicherweise eine der interessantesten Entwicklungen rund um MCP. Denn wenn KI zukünftig nicht nur HTML und CSS generiert, sondern tatsächlich die native Struktur eines Page Builders erzeugt, bleiben Seiten anschließend visuell bearbeitbar.Das ist ein entscheidender Unterschied zu einer KI, die Dir einfach einige hundert Zeilen HTML ausgibt.
WSP MCP
Mit WSP MCP existiert eine weitere Lösung, die WordPress selbst zum MCP-Server macht.
Das Plugin stellt Funktionen für Beiträge, Seiten, Kategorien, Tags, Medien, Kommentare und Benutzer bereit und erlaubt eine individuelle Steuerung der verfügbaren Fähigkeiten.
Zusätzlich gibt es Integrationen für WooCommerce, Advanced Custom Fields, Yoast SEO, Elementor und weitere Erweiterungen.WSP MCP benötigt nicht zwingend den offiziellen WordPress MCP Adapter, da das Plugin einen eigenen MCP-Server mitbringt. Damit eignet es sich ebenfalls gut, wenn Du MCP zunächst ausprobieren möchtest, ohne selbst eine komplette Integration programmieren zu müssen.
Welches WordPress MCP Plugin ist das richtige?
Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht.
Wenn Du als Entwickler möglichst nah an der zukünftigen WordPress-Architektur arbeiten möchtest, solltest Du Dir die Abilities API und den offiziellen MCP Adapter genauer ansehen.
Möchtest Du dagegen relativ schnell eine bestehende WordPress-Website mit einem KI-Agenten verbinden, sind Lösungen wie Easy MCP AI, NIBWP, MCPWP, WSP MCP oder AI Engine komfortabler. AI Engine ist besonders interessant, wenn Du ohnehin weitere KI-Funktionen wie Chatbots, Embeddings oder unterschiedliche KI-Anbieter innerhalb von WordPress verwenden möchtest.
NIBWP wiederum fällt durch seine zusätzlichen Integrationen und insbesondere seine Page-Builder-Ausrichtung auf.Easy MCP AI bietet bereits kostenlos einen erstaunlich großen Funktionsumfang und ist deshalb für erste Experimente ebenfalls interessant. Entscheidend sollte aber nicht die Anzahl der angebotenen MCP-Werkzeuge sein.Hundert Funktionen sind nicht automatisch besser als zwanzig.Viel wichtiger ist die Frage, welche Funktionen Du tatsächlich benötigst und wie genau Du deren Berechtigungen kontrollieren kannst.
MCP sollte zunächst auf einer Testumgebung ausprobiert werden
Wenn Du bisher noch nie mit MCP gearbeitet hast, würde ich nicht direkt Deine wichtigste produktive WordPress-Website vollständig für einen KI-Agenten öffnen.
Eine Staging- oder Testumgebung ist der wesentlich bessere Einstieg. Dort kannst Du ausprobieren, wie der Agent reagiert, welche Werkzeuge er verwendet und wie zuverlässig Deine Anweisungen umgesetzt werden.Beginne am besten mit rein lesenden Zugriffen. Lass Dir beispielsweise Seiteneinstellungen, Beiträge oder Kategorien anzeigen. Anschließend kannst Du einen Agenten Entwürfe erstellen lassen.Erst wenn Du nachvollziehen kannst, wie die einzelnen Aktionen funktionieren, solltest Du über weitergehende Berechtigungen nachdenken.
Dieser etwas vorsichtigere Einstieg klingt vielleicht weniger spektakulär als „Lass die KI Deine komplette Website verwalten“, ist in der Praxis aber wesentlich vernünftiger.
MCP macht aus KI keinen fehlerfreien WordPress-Administrator
Bei aller Begeisterung darf ein Punkt nicht vergessen werden: Ein Sprachmodell bleibt ein Sprachmodell. MCP gibt ihm Werkzeuge. Es garantiert aber nicht, dass das Modell diese Werkzeuge immer perfekt einsetzt.Eine KI kann Anforderungen missverstehen, falsche Schlussfolgerungen ziehen oder eine Aufgabe anders interpretieren, als Du es erwartet hast.Der Unterschied ist nur, dass eine falsche Antwort in einem normalen Chat zunächst lediglich eine falsche Antwort ist.
Eine falsche Entscheidung eines Agenten mit Schreibrechten kann dagegen eine tatsächliche Veränderung Deiner Website verursachen.Deshalb sind Backups, Logs, eingeschränkte Berechtigungen, Entwurfsmodi, Rollback-Funktionen und Freigaben keine nebensächlichen Komfortfunktionen. Sie gehören meiner Ansicht nach zu den wichtigsten Eigenschaften eines produktiv eingesetzten MCP-Systems.
So könnte ein zukünftiger WordPress-KI-Workflow aussehen
Vielleicht öffnest Du zukünftig nicht mehr für jede kleine Aufgabe das WordPress-Backend.
Vielleicht sagst Du Deinem KI-Assistenten einfach:
„Zeig mir alle Beiträge, die seit zwei Jahren nicht aktualisiert wurden.“
Danach:
„Prüfe, welche davon noch relevanten organischen Traffic erhalten.“
Und schließlich:
„Erstelle für die fünf wichtigsten Beiträge eine überarbeitete Version und speichere sie jeweils als Entwurf. Veröffentliche nichts.“
Das wäre kein klassischer Chatbot mehr.
Es wäre ein Assistent, der WordPress tatsächlich als Arbeitsumgebung benutzen kann.
MCP kann auch für WordPress-Agenturen interessant werden
Für Agenturen eröffnet sich noch eine weitere Perspektive.
Wenn mehrere Kundenwebsites über klar definierte MCP-Schnittstellen erreichbar sind, könnten standardisierte Wartungs- und Analyseprozesse entstehen. Ein Agent könnte beispielsweise den Zustand verschiedener Websites untersuchen, Inhalte analysieren oder vorbereitende Arbeiten durchführen.
Gerade hier sollte man allerdings besonders streng mit Zugriffsrechten umgehen.
Ein zentraler KI-Agent mit vollständigem Administratorzugriff auf zwanzig Kundenwebsites wäre zwar bequem, würde aber gleichzeitig einen äußerst attraktiven Angriffspunkt schaffen.Professionelle MCP-Architekturen sollten deshalb getrennte Zugangsdaten, klar definierte Berechtigungen und jederzeit widerrufbare Zugänge verwenden.
Komfort darf bei diesem Thema niemals vor Sicherheit stehen.
Wird man WordPress irgendwann nur noch per Sprache bedienen?
Ganz verschwinden wird die klassische Benutzeroberfläche vermutlich nicht. Aber es ist durchaus denkbar, dass wir bestimmte Aufgaben zukünftig wesentlich häufiger über natürliche Sprache erledigen. Warum solltest Du Dich durch mehrere Administrationsseiten klicken, nur um herauszufinden, welche fünf Beiträge einer Kategorie zuletzt aktualisiert wurden, wenn Du diese Frage einfach stellen kannst?
Bei komplexeren Aufgaben bleibt eine grafische Benutzeroberfläche dagegen sinnvoll. Einen Seitenaufbau visuell zu beurteilen oder ein Layout pixelgenau anzupassen, ist etwas anderes als Daten abzufragen.Die wahrscheinlich interessanteste Zukunft liegt deshalb nicht in „KI statt WordPress-Backend“.
Sie liegt in KI plus WordPress-Backend.
Die KI übernimmt Aufgaben, für die natürliche Sprache, Analyse und Automatisierung besonders gut geeignet sind. Du behältst die Kontrolle dort, wo Erfahrung, Gestaltung, Prüfung und Entscheidungen gefragt sind.
Fazit: MCP könnte die Zusammenarbeit zwischen WordPress und KI grundlegend verändern
MCP gehört für mich zu den spannendsten Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz und WordPress. Nicht deshalb, weil damit plötzlich alles automatisch funktioniert. Und auch nicht deshalb, weil wir morgen keinen WordPress-Administrator mehr benötigen. Spannend ist MCP, weil künstliche Intelligenz damit einen standardisierten Weg bekommt, mit realen Anwendungen zu interagieren.
WordPress kann einer KI mitteilen, welche Fähigkeiten vorhanden sind. Ein Agent kann diese Fähigkeiten entdecken und – sofern er dazu berechtigt ist – benutzen. Aus einem Sprachmodell, das Dir erklärt, wie Du etwas in WordPress machen kannst, wird damit zunehmend ein Assistent, der bestimmte Aufgaben direkt mit WordPress erledigen kann.
Mit der seit WordPress 6.9 vorhandenen Abilities API und dem offiziellen MCP Adapter hat WordPress dafür inzwischen selbst wichtige technische Grundlagen geschaffen. Gleichzeitig zeigen Plugins wie Easy MCP AI, AI Engine, NIBWP, MCPWP und WSP MCP bereits heute, wie weit sich dieses Konzept ausbauen lässt.
Die Möglichkeiten reichen von einfacher Inhaltsanalyse über Content-Erstellung und SEO bis zu WooCommerce, Analytics, ACF und Page Buildern. Genau darin steckt allerdings auch die größte Herausforderung. Je leistungsfähiger ein KI-Agent wird, desto wichtiger werden Berechtigungen, Authentifizierung, Protokollierung, Backups und menschliche Kontrolle.
Die spannendste Frage lautet deshalb vielleicht gar nicht:
„Was kann eine KI mit meiner WordPress-Website machen?“
Die bessere Frage lautet:
„Welche Aufgaben möchte ich meiner KI erlauben – und welche möchte ich weiterhin selbst kontrollieren?“
Wenn wir diese Grenze vernünftig ziehen, könnte MCP tatsächlich zu einer der Technologien werden, die unseren Umgang mit WordPress in den kommenden Jahren nachhaltig verändern.
Warum MCP für WordPress trotzdem eine große Sache werden könnte
WordPress besitzt seit vielen Jahren eine enorme Stärke: seine Erweiterbarkeit. Themes, Plugins, REST API, Hooks und zahlreiche Schnittstellen haben dafür gesorgt, dass aus einem ursprünglichen Blogging-System ein vollständiges Content-Management-System und für viele Unternehmen sogar eine zentrale Anwendungsplattform geworden ist.
Mit der Abilities API kommt nun eine weitere Ebene hinzu. Plugins können ihre Fähigkeiten standardisiert beschreiben. Der MCP Adapter kann solche Fähigkeiten für KI-Agenten verfügbar machen. Gleichzeitig entstehen unabhängige MCP-Plugins, die bereits heute umfangreiche WordPress-Funktionen als Werkzeuge bereitstellen.
Dadurch könnte sich WordPress langfristig sehr gut für agentenbasierte Arbeitsabläufe eignen.