Wenn Du mehrere Webseiten betreibst, kennst Du wahrscheinlich das Problem: Jede WordPress-Installation hat ihr eigenes Backend, ihre eigenen Plugins, Themes und Updates. Bei zwei Webseiten ist das vielleicht noch überschaubar. Werden daraus fünf, zehn oder sogar deutlich mehr Projekte, kann die Administration allerdings schnell unübersichtlich werden. Genau an dieser Stelle kann eine WordPress Multisite interessant werden.
Mit einer WordPress Multisite kannst Du mehrere eigenständige Webseiten innerhalb einer einzigen WordPress-Installation betreiben und zentral verwalten. Anstatt WordPress für jedes Projekt separat zu installieren, baust Du Dir ein Netzwerk aus mehreren Webseiten auf. Die einzelnen Seiten können dabei unterschiedliche Inhalte, Benutzer und Einstellungen besitzen, während bestimmte technische Komponenten wie WordPress selbst, Plugins und Themes zentral verwaltet werden.
Das klingt zunächst nach der perfekten Lösung für Agenturen, Unternehmen mit mehreren Standorten oder Betreiber größerer Webseiten-Netzwerke. Ganz so einfach ist die Entscheidung allerdings nicht. Eine WordPress Multisite bietet einige sehr interessante Vorteile, bringt aber gleichzeitig Besonderheiten mit sich, die Du vor der Einrichtung kennen solltest.
Was ist eine Multisite bei WordPress?
Eine WordPress Multisite ist keine zusätzliche Erweiterung und auch kein Plugin, das Du erst installieren musst. Die Multisite-Funktionalität ist Bestandteil von WordPress und muss lediglich aktiviert werden. Dadurch wird aus einer normalen WordPress-Installation ein Netzwerk, in dem Du anschließend mehrere Webseiten anlegen und verwalten kannst.
WordPress beschreibt Multisite selbst als eine Möglichkeit, mehrere WordPress-Webseiten innerhalb einer einzigen Installation zu betreiben. Die einzelnen Webseiten erhalten eigene Datenbanktabellen für ihre jeweiligen Inhalte und Einstellungen, während beispielsweise die Benutzertabellen gemeinsam genutzt werden.
Der entscheidende Unterschied zu mehreren klassischen WordPress-Installationen liegt also in der technischen Struktur. Möchtest Du beispielsweise fünf voneinander unabhängige Webseiten betreiben, könntest Du WordPress fünfmal installieren. Du hättest dann fünf WordPress-Verzeichnisse, fünf Konfigurationen und üblicherweise auch getrennte Datenbanken beziehungsweise Datenbankstrukturen.
Bei einer WordPress Multisite existiert dagegen nur eine zentrale WordPress-Installation, aus der heraus mehrere Webseiten betrieben werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Webseiten anschließend gleich aussehen oder dieselben Inhalte anzeigen müssen. Eine Webseite kann beispielsweise Deine Unternehmensseite sein, während eine andere Seite als Blog, eine weitere als Informationsportal und eine vierte als Webseite für einen bestimmten Unternehmensstandort eingesetzt wird.
Besonders interessant wird die WordPress Multisite deshalb bei Projekten, die organisatorisch zusammengehören. Ein Unternehmen könnte beispielsweise für verschiedene Niederlassungen eigene Webseiten betreiben. Ebenso könnte eine Agentur bestimmte Kundenprojekte über ein gemeinsames Netzwerk verwalten oder eine Organisation für einzelne Abteilungen beziehungsweise Regionen eigene Webseiten bereitstellen.
Auch technisch bist Du bei der URL-Struktur relativ flexibel. Eine Multisite kann beispielsweise mit Unterverzeichnissen aufgebaut werden. Dann könnten Adressen wie example.de/hamburg/, example.de/bremen/ und example.de/stade/ entstehen.
Alternativ lässt sich ein Netzwerk auf Basis von Subdomains betreiben. Die Webseiten könnten dann beispielsweise unter hamburg.example.de, bremen.example.de und stade.example.de erreichbar sein. WordPress unterscheidet entsprechend zwischen pfadbasierten und domainbasierten Netzwerken.
Darüber hinaus können in einer Multisite auch eigene Domains den jeweiligen Webseiten zugeordnet werden. Dadurch muss ein Besucher von außen überhaupt nicht erkennen können, dass verschiedene Internetauftritte technisch Bestandteil desselben WordPress-Netzwerks sind. Beim sogenannten Domain Mapping wird einer einzelnen Website im Netzwerk ihre eigene Domain zugeordnet. Für die zusätzlichen Domains müssen dabei unter anderem DNS beziehungsweise Hosting und SSL korrekt eingerichtet sein.
Das eigentliche Herzstück einer WordPress Multisite ist allerdings die Netzwerkverwaltung. Nach der Aktivierung erhältst Du als sogenannter Super-Administrator einen zusätzlichen Verwaltungsbereich. Von dort kannst Du unter anderem Webseiten und Benutzer verwalten sowie Plugins und Themes für Dein Netzwerk bereitstellen.
Genau darin liegt der große Unterschied zur normalen WordPress-Installation: Du verwaltest nicht mehr nur eine Webseite, sondern ein komplettes Netzwerk.
Vor und Nachteile einer WordPress Multisite
Bevor Du jetzt sofort Deine bestehenden WordPress-Webseiten in ein Multisite-Netzwerk umziehen möchtest, solltest Du Dir die Vor- und Nachteile genauer ansehen. Eine WordPress Multisite ist nämlich nicht automatisch die bessere Lösung, nur weil Du mehrere Webseiten betreibst.
Sie ist vor allem dann interessant, wenn die einzelnen Projekte technisch oder organisatorisch miteinander verbunden sind. Sind Deine Webseiten dagegen vollkommen unabhängig voneinander, kann es durchaus sinnvoller sein, weiterhin mit getrennten WordPress-Installationen zu arbeiten.

Was hat das für Vorteile?
Der offensichtlichste Vorteil einer WordPress Multisite ist die zentrale Administration. Du musst WordPress nicht für jede Webseite separat installieren und verwalten. Stattdessen existiert eine zentrale Installation, über die Du Dein gesamtes Netzwerk administrieren kannst.
Das macht sich insbesondere bei Updates bemerkbar. Verwendest Du beispielsweise dasselbe Theme auf mehreren Webseiten, musst Du dieses Theme nicht auf jeder einzelnen WordPress-Installation separat installieren. Themes werden auf Netzwerkebene installiert und können anschließend für die entsprechenden Webseiten freigegeben werden. Dabei bedeutet eine Netzwerkfreigabe eines Themes nicht automatisch, dass es auf jeder Website aktiviert wird. Es wird zunächst für die betreffenden Seiten verfügbar gemacht.
Ähnlich verhält es sich mit Plugins. Ein Super-Administrator kann Erweiterungen zentral installieren und sie je nach Konfiguration für das gesamte Netzwerk oder für bestimmte Einsatzzwecke bereitstellen. Dadurch lässt sich eine einheitliche technische Basis wesentlich einfacher pflegen.
Stell Dir beispielsweise vor, Du betreibst zehn Webseiten für verschiedene Unternehmensstandorte. Alle Seiten verwenden dasselbe Grundtheme und eine Reihe identischer Plugins. Bei zehn vollständig getrennten WordPress-Installationen musst Du theoretisch zehn Installationen im Blick behalten. Innerhalb einer Multisite kannst Du einen erheblichen Teil dieser technischen Verwaltung zentral erledigen.
Das spart nicht nur Zeit, sondern kann auch verhindern, dass einzelne Projekte technisch auseinanderlaufen. Bei getrennten Installationen passiert es schnell, dass auf Webseite A bereits eine neue Plugin-Version läuft, während Webseite B noch eine ältere Version verwendet. Innerhalb einer WordPress Multisite ist die installierte Plugin- und Theme-Basis wesentlich stärker zentralisiert.
Ein weiterer Vorteil ist die Benutzerverwaltung. WordPress Multisite verwendet eine gemeinsame Benutzerbasis für das Netzwerk. Ein Benutzer kann dadurch Zugriff auf mehrere Webseiten erhalten, ohne für jede einzelne Website vollständig separat angelegt werden zu müssen. Die konkreten Rollen und Berechtigungen können sich trotzdem von Website zu Website unterscheiden.
Das kann beispielsweise für Redakteure sehr angenehm sein. Ein Mitarbeiter könnte Inhalte für mehrere Unternehmensstandorte pflegen und über einen gemeinsamen Zugang zwischen den entsprechenden Webseiten wechseln.
Auch bei der Erstellung neuer Webseiten spielt die Multisite ihre Stärken aus. Sobald Dein Netzwerk eingerichtet ist, kannst Du über die Netzwerkverwaltung weitere Sites hinzufügen, ohne jedes Mal eine komplette WordPress-Installation von Grund auf neu aufsetzen zu müssen.
Gerade für größere Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Verbände, Franchise-Systeme oder Agenturen kann das sehr praktisch sein. Immer dann, wenn viele ähnliche oder organisatorisch zusammengehörende Webseiten entstehen sollen, kann eine WordPress Multisite erheblich Arbeit sparen.
Was hat das für Nachteile?
Wo zentrale Verwaltung Vorteile bringt, entsteht gleichzeitig eine stärkere technische Abhängigkeit. Und genau das ist einer der wichtigsten Punkte, die Du bei einer WordPress Multisite verstehen solltest.
Alle Webseiten befinden sich innerhalb eines gemeinsamen WordPress-Netzwerks. Probleme auf der zentralen technischen Ebene können deshalb unter Umständen Auswirkungen auf mehrere Webseiten haben. Wenn beispielsweise ein netzwerkweit verwendetes Plugin nach einem Update einen schwerwiegenden Fehler verursacht, betrifft das möglicherweise nicht nur eine einzelne Webseite.
Dasselbe gilt für Änderungen an einem gemeinsam verwendeten Theme. WordPress weist ausdrücklich darauf hin, dass Themes zentral installiert werden. Änderst Du den Programmcode eines Themes, wirkt sich diese Änderung entsprechend auf alle Websites aus, die genau dieses Theme verwenden.
Deshalb sollte eine WordPress Multisite besonders sorgfältig gepflegt werden. Updates solltest Du nicht einfach unüberlegt durchführen, nur weil WordPress einen neuen Button zum Aktualisieren anzeigt. Eine vernünftige Backup-Strategie und – bei geschäftlich wichtigen Netzwerken – eine Staging- beziehungsweise Testumgebung sind hier besonders wertvoll.
Ein weiterer Punkt betrifft Plugins. Nicht jede WordPress-Erweiterung ist automatisch für den Betrieb in einer Multisite entwickelt worden. Viele bekannte Plugins unterstützen Multisite problemlos, bei speziellen Erweiterungen solltest Du vor der Installation aber prüfen, ob der Hersteller den Einsatz in einem Netzwerk ausdrücklich unterstützt.
Das betrifft besonders Plugins, die tief in Datenbankstrukturen, Benutzerverwaltung, Caching, Sicherheit oder Domainverwaltung eingreifen.
Auch Backups und Wiederherstellungen werden anspruchsvoller. Bei einer einzelnen WordPress-Webseite ist die Situation relativ eindeutig: Du sicherst die Dateien und die dazugehörige Datenbank und kannst diese Installation im Notfall wiederherstellen.
Bei einer Multisite hängen dagegen mehrere Webseiten innerhalb desselben Systems zusammen. Deshalb solltest Du bereits vor dem produktiven Einsatz prüfen, ob Deine Backup-Lösung WordPress Multisite vollständig unterstützt und ob sich im Idealfall auch einzelne Websites des Netzwerks wiederherstellen beziehungsweise migrieren lassen.
Ein weiterer Nachteil zeigt sich, wenn eine einzelne Website später aus dem Netzwerk herausgelöst werden soll. Der Umzug einer normalen WordPress-Seite von Server A zu Server B ist mit den richtigen Werkzeugen inzwischen recht komfortabel. Eine einzelne Site aus einer Multisite herauszulösen, kann dagegen mehr Aufwand verursachen, da Inhalte und Einstellungen innerhalb der gemeinsamen Netzwerkstruktur liegen.
Kurz gesagt: Eine WordPress Multisite vereinfacht die zentrale Administration, erhöht gleichzeitig aber die Bedeutung einer sauberen technischen Planung.
Was muss ich bei einer WordPress Multisite beachten und wie richte ich diese ein?
Die Aktivierung einer WordPress Multisite ist grundsätzlich nicht besonders kompliziert. Trotzdem solltest Du sie nicht einfach auf einer wichtigen Produktivseite aktivieren, ohne Dich vorher mit den Auswirkungen beschäftigt zu haben.
Denn mit der Aktivierung veränderst Du die Architektur Deiner WordPress-Installation. Aus einer einzelnen Website wird ein Netzwerk.
Was muss ich besonders beachten?
Bevor Du eine bestehende WordPress-Webseite in eine Multisite umwandelst, solltest Du unbedingt ein vollständiges Backup anlegen. Dazu gehören sowohl die Datenbank als auch sämtliche Dateien Deiner WordPress-Installation. Auch die offizielle WordPress-Dokumentation empfiehlt ausdrücklich eine Sicherung, bevor ein Netzwerk eingerichtet wird.
Bei einer geschäftlich wichtigen Webseite würde ich sogar noch einen Schritt weitergehen: Teste die Einrichtung zunächst auf einer Staging- oder Testumgebung. Gerade wenn bereits viele Plugins, individuelle Anpassungen oder ein Page Builder im Einsatz sind, kannst Du so feststellen, ob Deine vorhandene Konfiguration sauber mit Multisite funktioniert.
Anschließend solltest Du Dir Gedanken über die gewünschte URL-Struktur machen. Möchtest Du Unterverzeichnisse verwenden oder sollen die einzelnen Webseiten über Subdomains erreichbar sein?
Bei einem Subdomain-Netzwerk spielt außerdem die DNS- und Serverkonfiguration eine wichtige Rolle. Sollen neue Subdomains dynamisch funktionieren, wird häufig eine Wildcard-Subdomain benötigt. WordPress weist in seiner Dokumentation darauf hin, dass eine entsprechende Wildcard-Konfiguration gerade dann sinnvoll ist, wenn neue Websites mit eigenen Subdomains automatisch angelegt werden sollen.
Wenn Du stattdessen eigene Domains für die einzelnen Sites verwenden möchtest, musst Du zusätzlich das Domain Mapping, die DNS-Ziele und die SSL-Zertifikate sauber einrichten. WordPress unterstützt die Zuordnung eigener Domains innerhalb eines Multisite-Netzwerks; die Domains müssen serverseitig natürlich ebenfalls auf die richtige Installation zeigen.
Besonders wichtig ist außerdem Dein Webserver. WordPress Multisite benötigt passende Rewrite-Regeln. Auf einem Apache-Server werden diese üblicherweise über die Serverkonfiguration beziehungsweise .htaccess umgesetzt. Bei NGINX existiert dagegen keine .htaccess, weshalb die erforderlichen Regeln in der NGINX-Konfiguration hinterlegt werden müssen. Die WordPress-Dokumentation weist ausdrücklich darauf hin, dass der Server die für Multisite benötigten Rewrite-Regeln unterstützen muss.
Das ist ein Punkt, den Du gerade bei Managed Hosting vorher prüfen solltest. Nicht jedes Hosting-Paket gibt Dir den notwendigen Zugriff auf die Serverkonfiguration.
Und noch etwas solltest Du bedenken: Eine Multisite ist kein Ersatz für ein ordentliches Sicherheitskonzept. Im Gegenteil. Weil mehrere Webseiten an einer gemeinsamen Installation hängen, wird die zentrale Installation besonders wichtig. Sichere Administratorzugänge, Zwei-Faktor-Authentifizierung, regelmäßige Updates, Backups und eine saubere Vergabe von Benutzerrechten gehören deshalb für mich bei einem professionellen Multisite-Netzwerk unbedingt dazu.
Wie richte ich die Multisite ein?
Wenn Deine WordPress-Installation vorbereitet und gesichert ist, kannst Du die Multisite-Funktion aktivieren. WordPress versteckt die entsprechende Netzwerkfunktion standardmäßig und schaltet sie erst über die Datei wp-config.php frei.
Öffne dazu die wp-config.php Deiner WordPress-Installation und füge oberhalb der abschließenden WordPress-Markierung beziehungsweise vor den abschließenden require– oder include-Anweisungen folgende Definition ein:
define( 'WP_ALLOW_MULTISITE', true );
Diese Konstante aktiviert zunächst nur die Möglichkeit, ein Multisite-Netzwerk einzurichten. Deine Webseite wird dadurch noch nicht unmittelbar zu einer Multisite. Genau diese Vorgehensweise beschreibt auch die aktuelle WordPress-Dokumentation.
Nachdem Du die Datei gespeichert hast, meldest Du Dich erneut im WordPress-Backend an. Unter Werkzeuge findest Du nun den neuen Menüpunkt zur Netzwerk-Einrichtung.
Dort legst Du die grundlegende Struktur Deines zukünftigen Netzwerks fest. Je nach Ausgangssituation kannst Du beispielsweise entscheiden, ob Deine Sites über Subdomains oder Unterverzeichnisse organisiert werden sollen. Außerdem vergibst Du einen Namen für Dein Netzwerk und kontrollierst die E-Mail-Adresse des Netzwerkadministrators.
Anschließend erzeugt WordPress die Konfigurationswerte, die für Dein konkretes Netzwerk benötigt werden. Und hier ist mir ein Punkt besonders wichtig: Kopiere nicht einfach irgendeine Multisite-Konfiguration aus einem Tutorial im Internet.
WordPress erstellt die erforderlichen Angaben passend zu Deiner Installation. Die offizielle Dokumentation weist ebenfalls darauf hin, dass die angezeigten Anweisungen installationsabhängig sein können.
WordPress fordert Dich anschließend dazu auf, zusätzliche Definitionen in Deine wp-config.php einzutragen. Darüber werden unter anderem Multisite selbst, die Netzwerk-ID und die gewählte Netzwerkstruktur definiert.
Bei Apache erhältst Du zusätzlich passende Rewrite-Regeln für die .htaccess. Vorhandene WordPress-Regeln müssen dabei entsprechend ersetzt beziehungsweise angepasst werden. WordPress stellt für aktuelle Multisite-Installationen eigene Rewrite-Regeln bereit.
Verwendest Du NGINX, solltest Du die angezeigten .htaccess-Anweisungen natürlich nicht einfach übernehmen. NGINX verarbeitet diese Datei nicht. Hier muss die Weiterleitung passend zur Multisite-Struktur direkt in der Serverkonfiguration umgesetzt werden.
Nachdem Du die Konfiguration abgeschlossen hast, musst Du Dich in der Regel erneut bei WordPress anmelden. Danach erscheint in der oberen WordPress-Leiste der Bereich Meine Websites beziehungsweise die Netzwerkverwaltung.
Und genau dort beginnt der interessante Teil.
Als Super-Administrator kannst Du nun in die Netzwerkverwaltung wechseln und weitere Websites anlegen. Dort findest Du eigene Bereiche für Sites, Benutzer, Themes, Plugins und die Netzwerkeinstellungen.
Die einzelnen Webseiten besitzen anschließend weiterhin ihr eigenes Dashboard. Ein Administrator einer bestimmten Site muss also nicht zwangsläufig Zugriff auf die komplette Netzwerkverwaltung erhalten. Die übergeordnete Kontrolle bleibt beim Super-Administrator.
Über die Netzwerkeinstellungen kannst Du darüber hinaus festlegen, wie neue Benutzer oder Webseiten registriert werden dürfen, welche Upload-Einstellungen gelten und welche administrativen Möglichkeiten innerhalb des Netzwerks zur Verfügung stehen. Standardmäßig ist beispielsweise die öffentliche Registrierung neuer Sites beziehungsweise Benutzer deaktiviert.
Damit hast Du aus Deiner ursprünglichen WordPress-Webseite ein Netzwerk geschaffen, in dem sich weitere Projekte zentral organisieren lassen.
Für wen lohnt sich eine WordPress Multisite?
Ob sich eine WordPress Multisite für Dich lohnt, hängt weniger von der Anzahl Deiner Webseiten als von deren Beziehung zueinander ab.
Betreibst Du mehrere Projekte, die eine gemeinsame technische Basis verwenden, kann Multisite ausgesprochen interessant sein. Das gilt beispielsweise für Unternehmensstandorte, regionale Portale, Schulungsplattformen, Franchise-Webseiten oder verschiedene Sprach- beziehungsweise Länderauftritte, sofern deren technische Anforderungen zusammenpassen.
Betreibst Du dagegen vollkommen unterschiedliche Kundenprojekte mit verschiedenen Anforderungen, Plugins, Hosting-Konfigurationen und individuellen Entwicklungszyklen, solltest Du genauer überlegen, ob eine gemeinsame Multisite wirklich sinnvoll ist.
Denn der größte Vorteil der WordPress Multisite ist gleichzeitig ihre wichtigste Besonderheit: Alles hängt stärker zusammen.
Du bekommst eine zentrale Installation, eine zentrale Netzwerkverwaltung und eine gemeinsam gepflegte technische Basis. Dadurch kannst Du bei passenden Projekten enorm viel Verwaltungsarbeit einsparen. Gleichzeitig musst Du Dir bewusst sein, dass Änderungen an dieser Basis mehrere Webseiten betreffen können.
Für eine Agentur bedeutet das beispielsweise: Fünfzig völlig unterschiedliche Kundenwebseiten würde ich nicht allein deshalb in eine WordPress Multisite stecken, weil sich dadurch theoretisch Updates zentralisieren lassen. Fünfzig strukturell ähnliche Standortseiten eines Unternehmens wären dagegen ein Szenario, bei dem Multisite sehr interessant werden kann.
Fazit: WordPress Multisite kann viel Arbeit sparen – wenn das Konzept zum Projekt passt
Die WordPress Multisite ist eine der Funktionen, die viele WordPress-Nutzer zwar schon einmal gesehen oder gehört haben, aber nie wirklich ausprobieren. Dabei kann sie für bestimmte Projekte eine ausgesprochen leistungsfähige Lösung sein.
Statt für jede neue Webseite eine vollständige WordPress-Installation aufzusetzen, kannst Du mehrere Sites innerhalb eines gemeinsamen Netzwerks betreiben. WordPress, Plugins und Themes lassen sich zentral verwalten, während die einzelnen Webseiten trotzdem ihre eigenen Inhalte und viele individuelle Einstellungen behalten.
Gerade wenn Du mehrere ähnliche Webseiten betreibst oder eine zentrale technische Grundlage schaffen möchtest, kann Dir eine WordPress Multisite deshalb einiges an Arbeit ersparen.
Sie ist allerdings kein Allheilmittel für jede Situation, in der mehr als eine WordPress-Webseite vorhanden ist. Die gemeinsame technische Basis sorgt zwangsläufig für Abhängigkeiten. Updates, Backups, Sicherheit, Plugin-Kompatibilität und Serverkonfiguration solltest Du deshalb sorgfältiger planen als bei einer kleinen Einzelinstallation.
Wenn Dein Projekt jedoch zur Struktur einer Multisite passt, bekommst Du mit WordPress bereits von Haus aus ein mächtiges Werkzeug an die Hand. Du brauchst dafür nicht einmal ein zusätzliches Plugin – die Grundlage steckt längst in WordPress und wartet im Grunde nur darauf, von Dir aktiviert zu werden.